Ermittlung der finanziellen Auswirkungen von Klimarisiken

4–6 Minuten

Floor van Oers und Hidde Kraaijveld

25 März 2026

Der Klimawandel hat direkte Auswirkungen auf den Betrieb, die Kosten und strategische Entscheidungen. Extreme Wetterbedingungen, sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen und neue Marktentwicklungen bergen finanzielle Risiken, die nicht länger ignoriert werden können.

Das erfordert Anpassungen. Doch viele Unternehmen kämpfen mit denselben grundlegenden Fragen. Wie lassen sich diese Risiken konkretisieren? Wie lässt sich ermitteln, welche Auswirkungen sie tatsächlich auf Ihr Unternehmen haben können? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Klimarisiken transparent und finanziell fundiert darstellen, damit Sie bessere Entscheidungen treffen können und die neuesten Berichtspflichten erfüllen.

Dringlichkeit von klimarisiken

Bei 2BHonest unterstützen wir Unternehmen genau bei diesem Schritt: den finanziellen Auswirkungen des Klimawandels sichtbar zu machen. Dadurch entsteht eine gemeinsame Sprache zwischen den Bereichen Finanzen, Nachhaltigkeit und Unternehmensführung – der einzige Weg, um in einer Welt, in der sich die Veränderungen immer schneller ablösen, zielgerichtet zu steuern.

Wir stellen fest, dass Organisationen mit drei strukturellen Problemen konfrontiert sind:

Mangel an fundierter Entscheidungsfindung Viele Organisationen erkennen zwar ihre Klimarisiken, untermauern diese jedoch noch nicht ausreichend. Dadurch bleibt die Diskussion oft bei qualitativen Beschreibungen stecken, ohne Einblick in die tatsächlichen Auswirkungen auf Wert, Kosten oder Kontinuität. Die Abteilungen arbeiten mit Informationsfragmenten, wodurch kein ganzheitliches Risikobild entsteht, das die Geschäftsführung für ihre Entscheidungsfindung nutzen kann.
Unsicherheit darüber, welche Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen – Organisationen tun sich schwer mit der Festlegung von Prioritäten. Ohne finanzielle Bewertung bleibt unklar, welche Risiken die größten Auswirkungen haben, welche Maßnahmen den größten Nutzen bringen und welche Investitionen bis 2030 wirklich notwendig sind. Dies führt dazu, dass viel analysiert und diskutiert, aber nur wenig entschieden wird.
Unklarheiten hinsichtlich der praktischen Anwendung von Vorschriften Vorschriften wie die CSRD und die CSDDD legen die Messlatte deutlich höher. Unternehmen müssen Risiken nicht nur benennen, sondern auch mit Annahmen, Szenarien und finanziellen Auswirkungen untermauern. Das erfordert Struktur, Daten, Methodik und Zusammenarbeit. Genau diese Elemente fehlen zu Beginn oft.

Die Folge: Es wird viel darüber gesprochen, berichtet und analysiert, aber zu wenig quantifiziert. Und genau das ist das Problem.

Die finanzielle Quantifizierung von Klimarisiken hilft Organisationen dabei, Prioritäten besser zu setzen, strategische Entscheidungen zu untermauern und gezielt in Maßnahmen zu investieren, die den Unternehmenswert schützen. Auf diese Weise wird finanziell verdeutlicht, welche Auswirkungen ein Klimarisiko auf das Geschäft haben könnte. Dabei werden die konkreten finanziellen Auswirkungen berechnet, wie beispielsweise Schäden, Umsatzverluste, Kostensteigerungen oder Wertminderungen von Vermögenswerten.

Physische Risiken und Übergangsrisiken sowie Chancen: zwei Arten mit finanziellen Auswirkungen

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5 schritte zur finanziellen quantifizierung

Schritt 1: Konzentration auf die materiellen risiken

Durch eine gezielte Betrachtung der Standorte des Unternehmens, der kritischen Aktivitäten und der Prozesse, die anfällig für physische Risiken oder Übergangsrisiken sind, entsteht ein klares Bild der relevantesten Risiken.

Kundenbeispiel: Als Lebensmittelunternehmen ist Baker & Baker durch extreme Wettereinflüsse auf die Produktqualität und die Produktionskapazität besonders stark unter Druck. Hinzu kommen steigende Anforderungen und Kosten in der Lieferkette aufgrund von Klimagesetzen und Rohstoffknappheit. Durch die Konzentration auf diese Themen konnte die Klimarisikoanalyse gezielt angewendet werden.

Schritt 2: Ermitteln Sie den Datenbedarf

Legen Sie für jedes Risiko fest, welche Daten und finanziellen Methoden am besten geeignet sind, um die Auswirkungen zu quantifizieren. Anschließend machen wir deutlich, welche internen und externen Daten dafür erforderlich sind. Interne Daten wie Vermögenswerte, Volumina und operative Informationen werden mit externen Klimaszenarien, Markterwartungen und technologischen Annahmen verknüpft.

Schritt 3: Erstellen Sie Investitionsszenarien, die auf Führungsebene Orientierung bieten

Sobald die finanziellen Auswirkungen erfasst sind, entwickeln wir Investitions- und Strategie-Szenarien, die Aufschluss über die Folgen verschiedener Entscheidungen geben. Sie verdeutlichen, was es bedeutet, zu investieren oder nicht zu investieren, welche Maßnahmen den Wert sichern und wie sich Risiken auf Margen, Cashflows und die Bewertung von Vermögenswerten auswirken. Führungskräfte nutzen diese Szenarien, um die strategische Ausrichtung festzulegen und Prioritäten zu setzen.

Kundenbeispiel: Bei Signature Foods haben wir Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung ermittelt und die damit verbundenen Investitionen berechnet. Diese haben wir in drei Kategorien eingeteilt. Auf diese Weise konnten Prioritäten festgelegt und die Entscheidungsfindung gezielt unterstützt werden.

Schritt 4: richten Sie eine governance-struktur ein

Anschließend unterstützen wir Kunden bei der Konzeption einer Governance-Struktur, die sicherstellt, dass die Klimarisikobewertung nicht nur eine einmalige Analyse bleibt. Abteilungen wie Finanzen, Nachhaltigkeit, Betrieb, Einkauf und IT arbeiten dabei strukturell zusammen, mit klar definierten Rollen und Datenflüssen. Dadurch wird die Bewertung reproduzierbar, konsistent und steht in vollem Einklang mit internen Kontrollen und den CSRD-Anforderungen.

Schritt 5: Kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung im Rahmen eines adaptiven Ansatzes

Abschließend richten die Kunden gemeinsam mit uns einen Prozess für die kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung ein. Dieser adaptive Ansatz sorgt dafür, dass die Szenarien relevant bleiben, Entscheidungen bei Bedarf neu bewertet werden und die Organisation strukturell auf neue Unsicherheiten vorbereitet bleibt.

Durch die Erfassung der finanziellen Auswirkungen von Klimarisiken entsteht ein klares, vergleichbares und entscheidungsorientiertes Risikobild. Organisationen können Maßnahmen priorisieren, Investitionsentscheidungen untermauern und strategische Weichenstellungen für 2030 und darüber hinaus präzisieren. Das Ergebnis ist ein Ansatz, der nicht nur den gesetzlichen Vorschriften entspricht, sondern vor allem Werte schützt und schafft. So werden Klimarisiken nicht nur transparent, sondern vor allem auch handhabbar.

Möchten Sie mehr über die finanziellen Auswirkungen von Klimarisiken in Ihrer Branche erfahren? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie gerne.

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